Die Legende von den Gütern des heiligen Landelin [Ettenheim / Freiburg / Allemagne]

Published on June 18, 2026 Themes: 6 vues

Abbaye d'Ettenheimmünster
Abbaye d'Ettenheimmünster. Source Unknown author
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Source: Mündel, Curt / Die sagen des Elsasses (2 minutes)
Contributeur: Fabien
Location: Abbaye d'Ettenheimmünster / Ettenheim / Freiburg / Allemagne
Location: Ville de Rouffach / Rouffach / Haut-Rhin / France

Eine Feuersbrunst hatte die Klosterkirche von Ettenheimmünster, so im Badischen gelegen, aber zum Bistum Straßburg gehörig war, in Schutt und Asche verwandelt. Da erwarben die Mönche einen Ablaßbrief zugunsten der Wiederherstellung ihres Hauses und entsandten einige der Ihrigen mit den Reliquien des heil. Landolinus, des Stifters des Bethauses, welches ursprünglich an der Stelle der Abtei gestanden hatte, um die Gläubigen zu Beiträgen aufzufordern und die eingehenden Spenden und Steuern einzusammeln.

Die Mönche zogen also mit St. Landolins Heiligtum durch das ganze Bistum Straßburg, beide Seiten des Rheins entlang, überall zu Buße und Gebet auffordernd und Ablaß gegen milde Gaben zur Wendung ihres frommen Zweckes spendend.

Nun überschritten sie die Grenze ihrer Diözese, um ihr Ansuchen auch in das obere Mundat zu bringen, welches König Dagobert vor Zeiten dem Bistum Straßburg zugewandt hatte. Unter festlichem Geläute der Glocken sämtlicher Kirchen und Klöster langten die Ettenheimer bei Rusach, der Hauptstadt des oberen Mundats, an. Vor den Toren der Stadt schon, wo sie die Volksmenge erwartet hatte, sangen sie mit helltönender Stimme die Legende und die Wundertaten des Heiligen, dessen Reliquien auf ihren Schultern ruhten, ihrer Kirche kostbarster Schatz und treuster Schirm.

Während alles Volk andächtig zuhörte und auf die Knie gesunken war, kam ein stattlicher Rittersmann auf wildem Rosse aus der Stadt gesprengt. Mit verächtlichen Blicken schaute er auf die einfältige Menge herab, und da er den Namen des ihm unbekannten Heiligen vernahm, dessen Wunderwerke die Ettenheimer Mönche sangen, lachte er laut auf und warf ihnen einige derbe Schmähworte zu, indem er sein Pferd heftiger durch das Gedränge treiben wollte.

Allein in demselben Augenblicke schwanden ihm die Sinne; wie vom Blitze getroffen stürzte er zu Boden mit zerbrochenen Gliedern. Vergebens krümmte und wand er sich im Staube und stieß Flüche und Lästerworte aus. Endlich wurde er ruhiger; ein Gedanke schien plötzlich seine Seele durchbebt zu haben. Unter heißen Tränen gestand und bereute er seine Sünde, bat die Mönche um Verzeihung und gelobte Gott und dem heil. Landolin, von nun an sein früheres wildes Leben zu lassen und sich ganz zum Himmel zu wenden. Feierlich versprach er zuletzt, sein ganzes Gut dem beleidigten Landolin zu schenken als Sühngeld für seine Freveltat. Und siehe, alsobald wichen alle seine Schmerzen, und er erhob sich wieder kräftig und gesund wie zuvor.

Der Ritter hielt sein Versprechen; er ging in sich, lobte Gott mit Fasten und Beten und schenkte alle seine Habe im Gebiete Rusach der Abtei Ettenheimmünster, welche dieselbe mehrere Jahrhunderte lang unter dem Namen St. Landolins Gut besaß.


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