Die Legende vom Tod des Zauberers von Vianden [Vianden / canton de Vianden / Luxembourg]

Published on Dec. 19, 2025 Themes: 34 vues

Cloister of the Trinitarian Church
Cloister of the Trinitarian Church. Source Marc Ryckaert, CC BY 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/3.0>, via Wikimedia Commons
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Available languages: Deutsch Français English
Source: Gredt, N. (Dr.) / Sagenschatz des Luxemburger Landes (moins d'1 minute)
Contributeur: Fabien
Location: Eglise des Trinitaires / Vianden / canton de Vianden / Luxembourg
Location: Gösberg ? / Tandel / canton de Vianden / Luxembourg

Ein Mann aus Vianden, namens D., verftand die Schwarze Kunft. Er fonnte jeinen Körper unfichtbar machen, durch alle, jelbit feſtverſchloſſene Thüren, durchs Schlüſſelloch ſchlüpfen. Er ſchien es namentlih auf Entwen: dung von Najchjachen abgejeben zu haben ; denn batte man Eßware in einen Schranf oder jonjt wohin gejtellt, fand man es nicht mehr, wenn man es nehmen wollte. Der Köchin, wenn fie Pfannkuchen buf, fijchte er diejelben im Handumdreben weg, obne daß jie wußte, wer fie genommen, oder wohin fie gefommen. Bejonders häufig juchte D. das Klofter zu beunrubigen. Abends jpät börte man dort Gepolter, und oft glaubte man, es wälze fich ein ſchwerer Körper die Treppen herab; ging man dann bin, um nachzufehen, was es fei, fo war nichts zu finden. Verſchiedenemal batte man einen Schatten an der Wand bemerkt, auch danach gejchojjen, aber umſonſt. Da nahm der alte Mai, der beim Klojter wohnte, eine filberne Kugel und ließ diejelbe vom Klofterprälaten jegnen. As er nun abends einen Schatten an der Wand zu ſehen glaubte, der jih nah dem Uhrkaſten bewegte, ergriff er raſch die Flinte und ſchoß diejelbe gegen die „Auerkaſtut“ ab. Der Schuß trifft und — o Schreden, vor ibm im Blute ſchwimmt D. als Leibe. Man ließ jogleich feine Mutter und jeine Gattin rufen, und des Abends ſchaffte man im ftillen den Leichnam nad dem Gösberg. Als man fait oben angefommen war, wollten die Pferde nicht mebr weiter. Sie waren über und über mit Schweiß bevedt. Der Fuhr— mann, der aus Walsdorf war, erklärte, er käme nicht mehr vorwärts. Der Pater aber, der den Yeichnam begleitete, bat, er möge doch nicht jteben bleiben, fondern bis auf die Höbe fahren. Der Fuhrmann jedoch begehrte zu wiſſen, was er geladen babe, jonjt wolle er jeine Pferde nicht aufopfern. Da fagte der Pater: „Nun denn, wenn ihr jtandbaft jeid, jo ſchaut mir über die linfe Schulter, und ibr werdet euere Fracht jehen“. — Was der Bauer dort jab, muß jchredlih gewejen fein, denn als er des anderen Morgens nah Hauſe Fam, waren feine ſonſt dunfelbraunen Haare weiß wie Schnee. Den Leichnam ließ der Pater oben auf dem Berge einjcharren.

Erasmy.


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