In den fünfziger Jahren Iebte zu Gößingen ein Mann von 65—70 Nahren. Die Leute nannten ihn de Schmetchen, wahrjcheinlich weil er früber Schmied geweſen. Diefer Mann fonnte die Pferde lahm und wieder gerade machen, er braucte nur zu wiſſen, was für Haare die Pferde hatten. NReichten die Leute ihm Fein Eſſen und feinen Schnaps (dies war jein Yieblingsgetränf), jo konnten fie ficher jein, daß ihre Pferde lahm wurden. Schmetchen beilte jie wieder gegen ein Trinkgeld. Unter anderem erzählt man folgendes von ihm: Einjt ziemlich ſpät in der Nacht trat Schmetchen mit einigen Kameraden zu Böblingen in ein Banernbaus genannt Befes und forderte Branntwein. Der Hausberr jab, daß die Antömmlinge des Guten mebr als genug batten, und verweigerte den Schnaps, indem er fagte: „Kommt morgen wieder, dann befommt ibr deſſen, jo viel ihr wollt“. Als er troß Schmethens Bitten bei feiner Weigerung bebarrte, rief diejer aus: „Nun, wenn du uns feinen gibjt, jo wirft du uns morgen rufen laſſen und frob jein, wenn wir kommen“.
Des anderen Tages meldete der Knecht jeinem Herrn, daß alle Pferde im Stalle lägen und alle Biere wegitredten. Diejer, wohl wilfend, wer den Schaden angerichtet, ließ jchnell den Schmetchen von Gößingen holen. Er fam, bejah die Pferde, und fie waren gebeilt. Die Pferde, die er beilte, blieben aber nady der Heilung noch jo lange lahm, als fie es vor derjelben gewejen waren. Hatte er nur ein Haar von einem Pferde, jo braudte er dasjelbe nur um einen Hufnagel zu wideln, denjelben in einen Stod zu ihlagen, und das Pferd war vernagelt. Der wirflihe Name diefes Mannes war Nicolas Nicolas.
Lehrer Beljon zu Buderfcheid.


