Die Legende von der Hexe von Kœstlach und ihrer Dienerin [Kœstlach / Haut-Rhin / France]

Publié le 19 avril 2026 Thématiques: 11 vues

Le jeune écoutant la discussion des sorcières
Le jeune écoutant la discussion des sorcières. Source OpenAI
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Source: Mündel, Curt / Die sagen des Elsasses (3 minutes)
Contributeur: Fabien
Lieu: Une maison à Kœstlach / Kœstlach / Haut-Rhin / France

In Köstlach, einem Dörfchen nordwestlich von Alt-Pfirt gelegen, war eine alte Hexe, die hatte eine wunderschöne Jungfer im Dienste, die sie sehr hart hielt, so dass dieselbe ihr schon mehr als einmal aufgekündigt hatte; allein die böse Frau wusste sie durch Schmeicheleien und Versprechungen immer wieder bei sich zu behalten.

Das arme Mädchen musste nach verrichteter Hausarbeit jede Nacht spinnen, stricken und flicken und durfte sich selten vor Mitternacht zur Ruhe legen, wiewohl es des andern Morgens, sobald es hellte, wieder herausmusste. Es war daher nicht wenig verwundert, als es die Meisterin eines Abends sogleich nach dem Essen zu Bett schickte.

Es gehorchte zwar freudig; aber es war ihm die ganze Zeit über so seltsam und unheimlich zumute, dass es nicht einschlafen konnte. Nun glaubte es einmal in der Wohnstube, seinem Kämmerlein gegenüber, Lärm zu hören, und da es sich aufgerichtet und eine Weile gelauscht hatte, vernahm es deutlich Spinnrädergeschnurre. „Die Meisterin hat Leute zur Kelte“, dachte es, „ich bin ihr gut genug zum Schaffen; aber wenn’s einmal eine Herrlichkeit im Hause gibt, so schickt sie mich zu Bett.“ Es horchte noch einige Augenblicke; dann trieb es die Neugierde auf, und als es durch das Schlüsselloch in die Wohnstube guckte, sah es, wie lauter Strohbosen mit Menschenköpfen im Kreise herumsassen, die einander zunickten und so hastig spannen, dass es ein grausiges Geschnurre absetzte. Das Mädchen stieß einen Schrei aus und lief eiligst ins Bett zurück, wo es die ganze Nacht hindurch in den Hitzen lag.

Des andern Tags erklärte es der Frau, dass es nicht länger bei ihr bleiben könne; sie solle ihm den Lohn geben und es verabschieden. Diese sprach ihm wieder zu, schmeichelte ihm und drohte ihm zuletzt auch. Allein diesmal blieb es fest auf seinem Entschlusse und packte seine Habseligkeiten. Beim Fortgehen fasste es aber die Frau am Arme und sagte zu ihm: „Hörst, wenn du einem Menschen etwas von dem sagst, was du gestern Nacht gesehen hast, so tue ich dir etwas an; du magst sein, wo du willst.“

Das Mädchen versprach, reinen Mund zu halten, und blieb dem Versprechen auch zwei Jahre lang treu. Da dachte es nun, die Meisterin werde nicht mehr an die Sache denken, es auch nicht erfahren, wenn es dem lange verschlossenen Geheimnisse, das es so gewaltig drückte, Luft machte; und es vertraute den nächtlichen Hexenspuk einigen seiner Kameraden an. Allein als es am folgenden Morgen aufstehen wollte, hatte es geschwollene Füße und konnte auch sonst kein Glied rühren.

Einige Wochen später geschah es, dass ein Köstlacher Bursche aus der Fremde heimkehrte. Er hatte sich verspätet und nahm den nächsten Weg über den Hexenplan, einen Heideplatz, rings von Wald umgeben, in dessen Mitte der Hexenbaum stand. Als er nun Schritte und Stimmen aus dem Walde kommen hörte, fürchtete er sich und kletterte in seiner Verwirrung auf den Baum, so hoch er konnte, und versteckte sich im Laub.

Siehe, da kamen eine Menge junger und alter Weiber aus seinem Dorfe und der Nachbarschaft herbeigesprungen, und die böse Frau, welche das schöne Mädchen verhext hatte, war auch darunter. Sie tanzten einigemal um den Baum und lagerten sich sodann im Kreise herum, und jede musste erzählen, was sie seit der letzten Zusammenkunft Böses an Menschen und Vieh verübt hatte.

Die Hexe erzählte nun auch, was sie ihrem ehemaligen Dienstmädchen angetan, weil es jenen nächtlichen Spuk ausgeschwatzt hatte, und ihre Mitschwestern lobten sie alle ob des sauberen Streiches. Eine aber sagte: „Wenn das Maidle wüsste, dass es wieder gesund würde, wenn es seine Füße in der Milch der drei ältesten schwarzen Kühe des Dorfes badete, so brauchte es sich nicht weiter zu grämen. Es geschieht ihm aber recht; warum hat es geschwätzt!“

Als der Tag zu bleichen begann, fuhren die Hexen auseinander wie der Wind.

Dem Burschen, dem es bei diesem unheimlichen Treiben nicht wohl zumute gewesen war, der auch in steter Angst geschwebt hatte, entdeckt zu werden, stieg nun von seinem Baume herunter. Er kannte das schöne Mädchen wohl, von welchem die Hexen sich unterhalten hatten, und hatte es schon als Knabe lieb gehabt.

Er eilte dem Dorfe zu, und sobald es ihm schickliche Zeit schien, ging er zu den Eltern des Mädchens und gab ihnen das Heilmittel an. Es half auf der Stelle, und die Kranke wurde wieder so frisch und gesund wie vorher.

Als nun die Eltern den Burschen fragten, was sie ihm zu seinem Lohne geben sollten, so antwortete er: „Es wäre mir halt nichts lieber als eure Tochter selbst.“ Diese hatte Wohlgefallen an ihrem ehemaligen Gespielen, der jetzt ihr Retter geworden war, willigte mit Freuden ein, und die Hochzeit wurde bald darauf gefeiert.


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