Die Legende vom Schatz des Silberlochs von Lucelle [Lucelle / Haut-Rhin / France]

Veröffentlicht am 27. April 2026 Themen: Abbaye | Monastère , Argent , Grotte , Lieu cachant un trésor , Moine , Nuit , Trésor , 6 vues

Rekonstruktion der Abtei im Jahr 1792
Rekonstruktion der Abtei im Jahr 1792. Source Badener, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons
ajouter aux favoris Ajouter une alerte en cas de modification augmenter la taille du texte reduire la taille du texte
Langues disponibles: Deutsch Français English
Source: Mündel, Curt / Die sagen des Elsasses (moins d'1 minute)
Contributeur: Fabien
Ort: Ancienne Abbaye de Lucelle / Lucelle / Haut-Rhin / France
Ort: Saegerkopf / Lucelle / Haut-Rhin / France

Am Ziegelkopf bei Lützel befindet sich eine Höhle, welche tief in den Berg hineingeht. Als das Kloster im Schwedenkriege zerstört wurde, soll sich dort nach der allgemeinen Sage der Umwohner folgende Geschichte zugetragen haben.

Der Laienbruder Arsen, ein Schwarzkünstler, zog jeden Samstag auf einem schwarzen Bock in die Höhle hinein und brachte jedesmal eine Bürde Silbergeld mit heraus, welches zum Wiederaufbau des Klosters angewandt wurde. Weder der Abt noch die Patres wußten, wo das Geld herkam, da es Arsen jedesmal unvermerkt an einem bestimmten Orte niederlegte. An einem Samstag nun befahl der Abt Arsen, die Nacht hindurch bei einem Kranken zu wachen. Er gehorchte; allein als die Mitternachtstunde herankam, da der Laienbruder sich gewöhnlich in seine Höhle begab, befiel ihn ein solcher Schweiß, daß das Wasser durch den Boden floß. Von dieser Nacht an stellte er seinen geheimnisvollen Ritt ein.

Die Kunde davon war, wie es scheint, unter die Leute gekommen, und mehrere hatten es schon gewagt, in die Höhle zu dringen, in der Meinung, Silber zu finden.

Vor einigen Jahren erst unternahmen es wieder einige Männer und versahen sich sämtlich mit Lichtern. Man hatte ihnen den Rat gegeben, ja nicht zu pfeifen, wenn sie drinnen wären. Kaum hatten sie aber die Höhle betreten, so kam sie eine solche Lust zu pfeifen an, daß sie sich nicht zurückhalten konnten. Alsogleich erloschen ihre Lichter bis auf eines, ein Stümpfchen, das geweiht worden war. Beim schwachen Schimmer dieses Lichtes gingen sie nun vorwärts, wohl hundertfünfzig Schritte; dann kamen sie in eine weitläufige Kammer, in deren Mitte sich ein großes Loch befand. Daselbst war ein langes ledernes Seil befestigt, an dem man sich in die Tiefe lassen konnte. Zwei der Männer erfaßten es und glitten daran hinab. Sie fanden im untern Raume einen alten Tisch mit einigen altfränkischen Lämpchen; an einem Nagel hing Bruder Arsens Rock; Geld aber oder Silber war keines da.

Unweit dieser Höhle soll das eigentliche Silberloch sein. Männer, die hineingegangen, berichten, daß sich in einer Entfernung von sechzig Schritten ein See befinde, über den eine schmale Brücke führe, die aber keinen Menschen tragen würde. Jenseits des Sees schimmere alles von lauterem Silber.


Diesen Artikel teilen auf :

Sie betrachten die erste Legende

Sie betrachten die letzte Legende