Die Legende vom Sieg des Paters Fränzchen über den Teufel [Luxembourg / canton de Luxembourg / Luxembourg]

Veröffentlicht am 17. November 2025 Themen: 302 vues

St.-Nikolaus-Kirche in Luxemburg (nicht mehr bestehend)
St.-Nikolaus-Kirche in Luxemburg (nicht mehr bestehend). Source Lookoom
ajouter aux favoris Ajouter une alerte en cas de modification augmenter la taille du texte reduire la taille du texte
Langues disponibles: Deutsch Français English
Source: Gredt, N. (Dr.) / Sagenschatz des Luxemburger Landes (2 minutes)
Contributeur: Fabien
Ort: Ancienne église Saint-Nicolas (disparue) / Luxembourg / canton de Luxembourg / Luxembourg

Der arme X. jtand einjt zu Luremburg auf dem Fiihmarft und über: dachte trauernd jein Schidjal. Sein Verlangen, ein reicher Dann zu werden, war jo groß, daß er auf den Gedanken kam, den Teufel zu Hilfe zu rufen. Kaum war das gejcheben, jo näherte ſich ihm der Teufel ala woblbabenvder Bürger gefleivet. Nach etlibem Handeln und Feilſchen einigte man ſich dabin, daß der Teufel des X. Seele nah dreißig Jahren baben jolle, unter der Bedingung, daß er diefem 12,000 Fr. gebe. Der Akt wurde von X. mit feinem eigenen Blute unterjchrieben. X. gründete num eine große Fabrik und wurde ein reicher Mann. Das dreißigſte Jahr kam indejlen beran, und dem X. wurde bange. Er wandte fih an den Jeſuitenpater Fränzchen, berühmt durch jeine Frömmigkeit und feine Gewalt über die böfen Geiſter. Auf den Nat und die Belehrung des Paters befehrte ſich X., beſuchte täglich die Nifolausfirhe in der Stadt und betete fleißig. Als der dreißigite Jahrestag berantam, ſchloß X. die Thüren feines Haujes und begab fih in die oben benannte Kirche. Auf einem feurigen, mit vier feurigen Hunden beipannten Wagen fam der Teufel an des X. Haus gefahren, flopfte an und erbielt vom Pförtner die Antwort, X. jet nicht zu Haufe. „Wo ijt er?” fragte der Teufel. „Ich weiß es nicht“, antwortete der Prörtner und jchloß die Thüre. Hierauf reiste der Teufel noch dreimal mit jeinem Wagen um das Haus, fubr dann über das Glacis nach der Nifolausfirhe und dann dreimal um dieje herum, klopfte an, ward aber nicht eingelaffen. Dann fubr er zum Schlüffelloh hinein auf X. zu, den Pater Fränzchen in eine Bütte mit Weibwafler geſetzt batte, ergriff X. bei den Haaren und zog ihn jo meit aus dem Wafler, daß er das Weihwaſſer nur mehr mit der Fleinen Zebe berübrte, mußte ihn aber wieder fahren laſſen, da er zu ſchwer war. Die Kirche zitterte, die Geiftlichen, mit Ausnahme des Paters Fränzchen, jtürzten zu Boden. Aufs neue fuhr der Teufel dreimal um die Kirche, dann um den Altar, ergriff wiederum X. bei den Haaren, konnte ibn aber nur mebr bis an den Unterleib hberausbeben. Dasjelbe wiederholt er zum drittenmale ; der Teufel fann den X. nun gar nicht mehr aufheben. Voll Wut taucht er denfelben nob einmal ganz unter das Waſſer, jagt noch dreimal um die Kirche, verbrennt die Verjchreibungsurfunde und fährt für immer dahin. X. war erlöst, und weil ihm Pater Fränzchen aebolfen batte, feinen Bund mit dem Teufel zu brechen, jo beſchenkte er diejen und das ganze Klofter reichlich. X. blieb fromm und gottesfürdtig, und jeine Nachfommen jind noch heute reih und glüdlic.

3.8. Klein, Pfarrer zu Dalheim.


Diesen Artikel teilen auf :

Sie betrachten die erste Legende

Sie betrachten die letzte Legende