Die Legende vom Teufel und den Spielern des Ernztals [Ärenzdall / canton de Diekirch / Luxembourg]

Veröffentlicht am 11. November 2025 Themen: 283 vues

Der Teufel, der Priester und die Spieler
Der Teufel, der Priester und die Spieler. Source OpenAI
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Source: Gredt, N. (Dr.) / Sagenschatz des Luxemburger Landes (moins d'1 minute)
Contributeur: Fabien
Ort: Une maison près de l'église à Ermsdorf / Ärenzdall / canton de Diekirch / Luxembourg

In einem Dorfe im Ernzertbal jagen eines Sonntags mebrere Bauern beim SKartenfpiel. Es läutete zur Vesper ; die Spieler rührten fich nicht. Die Wirtin machte ihnen Borjtellungen darüber. Einer der Spieler erbob ſich wirklich, um ji ins Gotteshaus zu begeben. Die anderen aber jpotteten jeiner derart, daß er voll Nerger laut ausrief: „
Nun, ich will mitjpielen, jo lang es gebt, und der Teufel hole den, der zuerit zu fpielen aufhört !“

Die anderen jtimmten bei und wollten eben die Partie beginnen, als fie hinter jih einen Fremden in grüner Jägertracht erblidten. Der Fremde bat, mit: jpielen zu dürfen, und man gewährte es ihm. Das Spiel ward bald hitzig; der ;sremde verjpielte ungebeuere Summen, und jchon lagen ganze Haufen Goldes auf dem Tiih.

Die Nacht bricht an, fie jpielen ; der Morgen graut, fie jpielen noch, eingedenk des fürdterliben Schwures, den fie gethban. Die Frau des Wirtes bemerkte die Angit der Gäfte und beobachtete genau den fremden Herrn. Aber wie erjchraf jie, als fie bemerkte, daß der rechte Fuß des Fremden einem Pferdefuße glich.

Gleich eilte fie zum Paſtor und bat um Hilfe; denn fie war überzeugt, daß ihre Gäfte in der Gewalt des Teufels jeien. Der Paſtor, ein Eluger Mann, begab jich ins Wirtshaus zu den Spie: lern, und nachdem er den fremden Jäger betrachtet und von dem unbejonnenen Schwur der Spieler gehört, begehrte er, mitjpielen zu dürfen. Dan geftattete e3 ihm, wie jehr ji auch der Fremde dagegen jträubte.

Nachdem der Paſtor einige Partieen mitgejpielt, erariff er eines der Golditüde des Fremden, tbat einen Spruch darüber, und das Gold verwandelte jich in eine Scherbe. Gleih warf er die Scherbe auf den übrigen Haufen, und fieb! es wurden daraus ebenfalls lauter Scherben.

Der Paſtor jhalt den Fremden einen Betrüger, der unwürdig ſei, länger mitzuſpielen, und zwang ihn, die Karten niederzulegen. Darauf erhob ſich der würdige Mann und rief mit lauter Stimme: „Vade retro, satanas!“

Und auf der Stelle fuhr der vermeintliche Jäger durchs offene Fenſter davon, einen unausftebliden Schwefelgeruch binterlafiend. Die Spieler aber waren von ihrer Sucht gebeilt und wurden fromme Ghrijten.

J. B. Klein, Pfarrer, nach einem Manuffript von N. Steffen.


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