Vor einigen Jahren wollte eine Frau von Walbach, im Münstertal, auf eine Wallfahrt gehen, um ein Gelübde zu erfüllen. Sie erwachte mitten in der Nacht; da sie aber den hellen Schein, den der Mond durch die Fenster warf, für das Tageslicht hielt, so stand sie auf und machte sich reisefertig. Obgleich sie nun bald ihres Irrtums gewahr wurde, trat sie doch, da sie einmal angekleidet war, ihre Wallfahrt an.
Als sie in die Nähe des auf der entgegengesetzten Seite des Tales gelegenen Schlosses Pflixburg kam, hörte sie eine feine Weiberstimme im Wald singen und sah bald darauf eine weißgekleidete Frau den Berg herabkommen. Dieselbe trat bis hart an den Saum des Waldes, an welchem sich der Weg hinzieht, kehrte aber sodann um und stieg laut weinend wieder zum Schlosse hinauf.
2) Version française fidèle et agréable à lire


